Bonne nuit! Mit Ritualen einschlafen.






Momentan gibt es Abende, an denen macht unser Sohn die Nacht zum Tag. Bei all den Eindrücken, Lernerfahrungen und Begegnungen, die er tagsüber so hat, fällt es ihm - obwohl er offensichtlich müde ist - sehr schwer, innerlich zur Ruhe zu kommen. Natürlich, es gibt solche und solche Phasen und vieles regelt die Zeit von selbst. Aber dennoch gibt es auch Tools, die deinem Kind helfen können, besser zur Ruhe zu finden und sich fallen lassen zu können. In diesem Blogartikel möchte ich dich daran teilhaben lassen, welche Rituale das Einschlafen für meinen Sohn erleichtert haben.


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Überlege dir ein Ritual, das zu euch passt

Mein Mann und ich haben lange darüber nachgedacht, welches Abendritual zu uns als Familie passen würde. Jeder von uns hat dazu Vorschläge gemacht und dann haben wir versucht eine schlüssige Reihenfolge daraus zu erstellen. Bisher war es immer so, dass wir zwar kleinere Rituale hatten, wie zum Beispiel Dankbarkeitsübungen am Abend, aber wir hatten nicht das Gefühl eine richtige, immer wiederkehrende Ritualkette mit Einleitung, Hauptteil und Schluss zu benötigen. Doch jetzt gerade befinden wir uns an einem Punkt, an dem die Zubettgehzeiten von unserem Sohn so in die Länge gezogen sind, dass wir etwas brauchen, an dem wir Festhalten können, um unserem Sohn das Einschlafen zu erleichtern und ihn mit Freude und innerer Gelassenheit in den Schlaf zu begleiten.


Dabei haben Rituale eine besondere Bedeutung, da das Kind einen klaren Ablauf erkennt und genau weiß, was auf es zukommt. So kann ein Kind innerlich zur Ruhe kommen und sich fallen lassen. Wichtig ist dabei, dass man sein Kind beobachtet. Was macht es gerne am Abend, wobei kann es entspannen? Das kann zum Beispiel ein Puzzle sein, das Vorlesen eines Buches oder die Beschäftigung mit einem Motorikwürfel: ganz egal, was es ist, es sollte deinem Kind Freude bereiten und etwas sein, das zur Beruhigung einlädt. Also am besten kein Toben, Kitzeln oder Rennen :-) Versuche für solche Aktivitäten tagsüber genügend Zeit einzuräumen! Auf dem Programm am Abend steht nun also die Entspannung!


Nachdem wir überlegt haben, was unseren Sohn beruhigt und womit er sich gerne beschäftigt, haben mein Mann und ich jeder Vorschläge dazu gemacht, was ein Kind so entspannen könnte. Von Duftöltröpfchen, die in die Hand getröpfelt werden, bis hin zu beruhigender Musik, wurde alles mal ins Spiel gebracht. Dann haben wir daraus eine sinnvolle Reihenfolge entwickelt, die ich dir hier gerne mal vorstelle. Vielleicht kannst du daraus ja auch das ein oder andere für dich und deine Familie übernehmen:


Gemeinsames frühzeitiges Abendessen

Wir versuchen das letzte Abendessen nicht so spät anzubieten, da unser Sohn zumeist immer nochmal Verdauung hat und bevor das nicht passiert ist, kann er auch nicht einschlafen. Spätestens um viertel vor Sechs essen wir demnach nun gemeinsam als Familie, was wir auch in unsere Ritualkette eingebaut haben. Bedeutet nun aber auch für etwaigen Besuch, der da ist, dass wir dann gemeinsam mit dem Besuch um diese Zeit essen und darauf achten, dass es nicht später wird! Manchmal ist das Einhalten von Ritualen wirklich nicht so leicht, weil das natürlich auch bedeutet, dass man an anderer Stelle "Einbußen" haben wird. Insbesondere wenn man selbst ein sehr aktiver und spontaner Mensch ist, bedeutet dies, dass man sich "für sein Kind" ein bisschen umstellen muss. Dafür bekommt man aber auch an anderer Stelle etwas Freizeit und damit auch Spontanität zurück, wenn das Kind früher schläft und man dann die Abende auch mal für sich und vielleicht sogar eine eigene Abendroutine nutzen kann.


(In einem meiner ersten Artikel habe ich darüber geschrieben, wie schön es ist, wenn man dieses Abendessen mit Dankbarkeitsritualen gestaltet. Hierdurch bekommt ihr als Familie einen stärkeren Zusammenhalt und konzentriert euch auf die Fülle und die tollen Momente, die euch als Familie ausmachen. Wenn du magst, lies hier gerne nochmal nach, was ich dazu geschrieben habe. Den Link habe ich unter diesen Artikel hinzugefügt.)


Spucken, Zähneputzen, waschen und Haare kämmen

Mein Sohn liebt es zu spucken :-) Da er es (natürlich) am Tisch mit seinem Getränk nicht darf, haben wir das ganze Szenario ins Badezimmer verlagert, weshalb es für ihn ein besonderer Anreiz ist, wenn ich ihn frage, ob er mit mir ins Badezimmer zum Spucken gehen möchte. Er steht dann auf seinem Hocker und gurgelt und spuckt, was das Zeug hält. Das Zähneputzen fällt ihm durch diesen Anreiz leichter und auch die anderen Dinge (wie das Waschen und Haare kämmen) gehen so leichter von der Hand. Vielleicht hast du hier ja auch etwas, was deinem Kind besonders viel Freude macht und womit du es an den Waschtisch "locken" kannst.


Als ich noch ein Kind war, habe ich es zum Beispiel geliebt, wenn mir jemand meine langen Haare gekämmt hat. Das wäre jetzt für unseren Sohn kein sonderlicher Anreiz, obwohl er längere Haare hat. 😂 Aber für mich, war es genau das Richtige. Am schönsten fand ich es, wenn es mindestens 100 Bürstenstriche gewesen sind (auch wenn die Haare danach "leicht" fettig gewesen sind^^).


Finde doch mal heraus, was dein Kind so mag und baue dies mit ein.


Die Kraft der Öle

Öle haben gleich in zweierlei Hinsicht eine besondere Bedeutung für das Einschlafen: Einerseits gibt es Öle, die von ihren Inhaltsstoffen besonders einen erholsamen Schlaf fördern und andererseits haben sie eine hohe symbolische Kraft, denn wenn man mit einem bestimmten Öl eine Handlung wie das Einschlafen und zur Ruhe finden verbindet (ganz im Sinne einer Konditionierung), so sorgt nach einer gewissen Zeit bereits der Geruch alleine dafür, dass man sich entspannt. Wunderbar geeignet also, um in unsere Ritualkette mit aufgenommen zu werden! Wir haben uns für eine Mischung aus Zirbelkiefer, Orange, Lavendel und Fenchel entschieden. Diesen Duft gibt es bei der Bahnhof Apotheke. Er ist aus eigener Herstellung und wir finden ihn toll geeignet zum Einschlafen. Passender Weise heißt der Duft auch "Sandmännchen". (Den Link hierzu findest du im Anhang von diesem Artikel.)


Schlafforschungen haben gezeigt, dass Zeder, das ätherische Öl von der Zirbelkiefer, ein sogenannter "Schlafförderer" ist. Zeder sorgt nachweislich dafür, dass das Herz nächtlich um die 3.500 Schläge weniger Schlagen braucht, da das Zedernöl den Körper entspannt. Auf diese Weise erholt sich der Körper besser und die nächtliche Ruhe, die der Körper empfängt, wird intensiver. Wichtig ist allerdings immer, dass man vor dem Anschalten der Duftlampe ausgiebig das Zimmer lüftet und die Duftlampe vor dem tatsächlichen Einschlafen ausmacht oder einen Timer programmiert, damit der Duft nicht zu intensiv wird. Hier gilt nicht das Sprichwort: Viel hilft viel! Dies würde wohl eher das Gegenteil bewirken, nämlich, dass man sich in der Nacht unwohl fühlt.


Orange-gelbes, gedimmtes Licht

Sobald wir dann ins Kinderzimmer gehen, dimmen wir das Licht. Wir haben eine Duftlampe, die man in ein orange-gelbes Licht hüllen kann. Toll ist es dabei auch, wenn du dein Kind mit einbeziehst, zum Beispiel beim Anknipsen der Duftlampe oder auch beim Einträufeln des Duftöls.


Das orange-gelbe Licht empfiehlt sich deshalb, weil es das Schlafhormon Melatonin anregt und somit zur Förderung der Müdigkeit beiträgt. Blaues Licht hingegen putscht auf, weshalb Kinder am Abend auch nach Möglichkeit nicht Fernsehschauen sollten!


Gemeinsames Aufräumen

Wenn wir das Licht gedimmt haben, räumen wir gemeinsam das Zimmer auf. Meinem Sohn macht es total Spaß Sachen nach verschiedenen Kriterien zu sortieren und es beruhigt ihn. Er ist noch nicht alt genug, aber ich habe bei anderen Kindern die Erfahrung gemacht, dass gemeinsames Aufräumen auch Spaß machen kann, wenn man zum Beispiel nach unterschiedlichen Farben sucht, die gefunden und einsortiert werden müssen. Auf diese Weise bekommt das Aufräumen einen "Challenge-Gedanken" und macht Spaß. Vor allem, wenn man es dann auch noch gemeinsam macht.


Ein Buch lesen

Nach dem Aufräumen kuscheln wir uns ins Bett, mein Sohn legt sich bei meinem Mann oder mir in den Arm und dann lesen wir gemeinsam ein Buch: Mal machen wir ein Ratespiel daraus, bei dem mein Sohn auf Begriffe zeigt, die mein Mann oder ich benennen, und mal benennt mein Sohn die Dinge, auf die einer von uns zeigt. Manchmal erzählen mein Mann und ich aber auch Geschichten zu den Bildern, was bei meinem Sohn super ankommt.


Und noch etwas dunkler bitte!

Danach dunkeln wir den Raum noch ein wenig mehr ab, sodass es nur noch eine ganz dezente Lichtquelle gibt, die Orientierung bietet. Wir haben festgestellt, dass unser Sohn immer noch neue Ideen und kreative Spielideen entwickelt, wenn wir das Licht noch anlassen. Daher sind wir nun zum Abdunkeln übergegangen, was für unseren Sohn wirklich hilfreich ist, um Loslassen zu können.



Ich hab dich lieb!

Es gibt Kinder, die in ihrem ganzen Leben noch nie gesagt bekommen haben, dass man sie lieb hat. Dabei sind diese Worte so unfassbar wertvoll für ein Kind, weil sie ihm zeigen, dass es unglaublich wichtig für seine Eltern ist! Diese Erkenntnis fördert den Aufbau eines positiven Selbstwertgefühls. Nimm dir daher wirklich jeden Abend bewusst Zeit, um deinem Kind mitzuteilen, dass es für dich der wichtigste Mensch auf der ganzen Welt ist und es sich in deinen Arm wohl und geborgen fühlen kann!


Ein Schlaflied singen

Wenn der Raum dunkel ist, ist Kuschelzeit angesagt! Streicheleinheiten und Berührungen sind für die Entwicklung von Kindern unerlässlich: nimm dir daher Zeit, um mit deinem Kind zu Kuscheln. Durch ein immer wiederkehrendes Schlaflied kannst du deinem Kind signalisieren, dass ihr nun am Ende eures Abendrituals angelangt seid und es nicht mehr lange dauert, bis ihm die Augen zufallen werden. Auch hier wird sich nach kurzer Zeit eine Kopplung von Lied und tatsächlichem Einschlafen einstellen (Konditionierungsmechanismus).


Zieht gemeinsam an einem Strang!

Es ist wichtig, dass sich beide Elternteile mit der Abendroutine identifizieren können, damit sie auch von jedem wirklich so umgesetzt wird und das Kind weiß, was es erwartet. Gerade durch das immer Wiederkehrende kann sich dein Kind fallen lassen und entspannen.


Gebt euch Zeit!

Es gibt nicht die perfekte Routine und selbstverständlich kannst und solltest du auch bestimmte Teile deiner Abendroutine wieder verwerfen, wenn sie nicht mehr zu euch passen oder keinen Mehrwert mehr für euch erbringen. Genauso wichtig ist es aber auch, dass ihr erst einmal an Dingen festhaltet, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht zu dem gewünschten Erfolg führen. Gebt euch Zeit, denn die Kraft einer Routine entfaltet sich über die Dauer hinweg und kann nicht direkt auf Anhieb ihre Kraft entfalten!



☼ Let your family shine ☼

Deine Linda




Meine Tipps:


Link zum Blogartikel "3 Dinge, die dich und dein Kind positiv ausrichten" https://www.resilienzorientierte-erziehung.com/post/3-dinge-die-dich-und-dein-kind-positiv-ausrichten


"Sandmännchen" Duftöl von der Bahnhofsapotheke, erhältlich unter: https://shop.bahnhof-apotheke.de/product/sandmaennchen-10ml.349.html


Aroma-Diffuser / Duftlampe mit wechselnder Beleuchtung

https://www.amazon.de/Aroma-Diffuser-Ätherisches-Luftbefeuchter-Raumbefeuchter/dp/B09XR39R9X/ref=sr_1_18?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&crid=82O12BDJ9841&keywords=Luftbefeuchter&qid=1656793588&sprefix=luftbefeuchter%2Caps%2C81&sr=8-18


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Ich bin Mama, Ehefrau, (Sozial-)Pädagogin und Lehrerin. Hier auf meinem Blog möchte ich dich mit meiner Leidenschaft für eine resilienzorientierte Erziehung anstecken. Schenke deinem Kind Liebe und lasse eure  Beziehung wunderschön und kraftvoll werden.

♡Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich. (Hermann Hesse)

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