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Ablenkung bei Wutausbrüchen? - Wie du mit Wutausbrüchen umgehen solltest (1/3)



Hast du bei einem Wutausbruch schonmal versucht dein Kind abzulenken? In diesem Artikel nehme ich dich mit auf die Reise, was hinter der Wut deines Kindes steckt, welche Bedeutung die Wut für dein Kind hat und warum du dein Kind auf keinen Fall ablenken solltest, wenn es wütend ist!


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„Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.“ (Aristoteles)


Es ist okay, wenn dein Kind wütend ist!

Grundsätzlich hat Wut eine wichtige Funktion, denn sie beschützt dein Kind, da die negative Emotion verdeutlicht, dass es mit einer Situation unzufrieden ist und sich nicht wohl fühlt oder überfordert fühlt. Die Wut bringt zum Ausdruck, dass sich dein Kind in seiner eigenen Person bedroht fühlt. Durch die Emotion wird in ihm ein Alarm ausgelöst, der bewirkt, dass es sich gegenüber dem, was bedrohlich auf es wirkt, zur Wehr setzen will.


Um sich selbst also spüren zu können und zu wissen, was einem gut tut und was nicht, ist es ungeheuer wichtig, Gefühle zulassen zu können. Wut ist eine wichtige Emotion, die nicht verdrängt werden sollte.


Verändere deine eigene Einstellung gegenüber der Wut!

Für uns Erwachsene sind starke Emotionen von unseren Kindern oftmals überfordernd, da wir selbst manchmal nicht über die nötigen Strategien verfügen, uns von diesen negativen Emotionen nicht anstecken zu lassen, sondern ruhig zu bleiben und in unserer eigenen Balance zu bleiben. Im nächsten Artikel zeige ich dir Strategien für dich selbst als Erzieher auf, wie du in einer solchen Situation deine eigenen Emotionen regulieren kannst. Neben der Problematik, dass wir selbst als Eltern vielleicht Schwierigkeiten haben Emotionen anderer auszuhalten, ist Wut oftmals auch gesellschaftlich nicht anerkannt, was dazu führt, dass man sie versucht zu unterbinden, zu unterdrücken oder von ihr abzulenken. Daher ist es wichtig, dass du dich als Erzieher frei von diesen gesellschaftlichen Vorstellungen und Beurteilungen machst. Sie gehen oftmals damit einher, dass andere denken, du müsstest dein Kind „unter Kontrolle“ haben. Wenn es extrem wütend ist, dann urteilen andere, dass du als Elternteil Schuld daran wärst, weil du dein Kind eben nicht „beherrschst“ und richtig führst. Ich möchte dich dazu ermutigen, dass du dich von diesem „Kontrolldenken“ löst. Dein Kind ist ein Kind und es ist gleichzeitig eine eigene Persönlichkeit, die als solche geschätzt und in seiner Eigenständigkeit gewürdigt werden muss. Es darf wütend sein. Und es ist „falsch“, wenn eine Gesellschaft Emotionen nicht aushalten kann und sie unterdrückt, weil sie im ersten Moment vielleicht „unbequem“ erscheinen. Wie du dich von solchen gesellschaftlichen Beurteilungen, die weder dir noch deinem Kind guttun, lösen kannst, auch das zeige ich dir in meinem nächsten Artikel.


Für mich ist es an dieser Stelle hier erst einmal wichtig, dass du selbst als Erzieher deine Haltung gegenüber starken Emotionen deines Kindes hinterfragst und dir vor Augen führst, dass Emotionen wichtig sind. Daher möchte ich mich in diesem Artikel für eine positive Grundhaltung gegenüber Emotionen stark machen. Nur, wenn Kinder ihre Emotionen durchleben können, lernen sie auch mit diesen umzugehen und können sie nach und nach in eine richtige, konstruktive und lösungsorientierte Richtung lenken; z.B.: Mir geht es nicht gut, ich bin wütend…was kann ich nun tun, damit es mir besser geht? Wie es Aristoteles beschreibt, sind Kinder dann in der Lage ihre Wut wahrzunehmen, zu kanalisieren und zielgerichtet zur Verarbeitung zu nutzen. Dies ist eine wichtige Fähigkeit, um resilient, also widerstandsfähig mit Problemen umgehen zu können.


Hilf deinem Kind dabei, die Wut zu durchleben!

Wenn dein Kind wütend ist und es seine eigenen Emotionen übermannen, dann ist es wichtig, dass du als Erzieher:in deinem Kind dabei hilfst seine eigene Wut erst einmal durchleben zu dürfeneben dein Kind Auf diese Weise kann dein Kind die Erfahrung machen, dass es okay ist, wütend zu sein und diese Emotion zu erleben und auszuleben.


Begleite dein Kind, indem du bei ihm bleibst, indem du Verständnis für sein Gefühl und vor allem für das Bedürfnis, das hinter der Wut steckt, aufbringst.


Hinter jedem Gefühl steckt eine Botschaft!

Wenn dein Kind wütend ist, verspürt es in sich einen Zustand emotionaler Not und gerade in solchen Momenten ist es wichtig, dass du als Bezugspersonen für dein Kind da bist, um ihm emotionale Sicherheit zu vermitteln.

Wenn dein Kind also wütend ist, dann lass es nicht alleine!

Setz dich neben dein Kind und spreche mit ihm. Was du genau sagst, das ist in diesem Moment für dein Kind nicht zugänglich, da es die Worte, aufgrund seiner emotionalen Überforderung, geistig nicht verarbeiten kann. Wichtig ist aber, dass deine Stimme beruhigend und vertrauensvoll klingt.


Überlege dir dein persönliches Mantra!

Du kannst dir zum Beispiel einen bestimmten Satz überlegen, den du in solchen Momenten (wie eine Art Mantra) sagst, der sowohl dein Kind als auch dich selbst beruhigt.


Beispielsweise könntest du mit beruhigender Stimme sagen: „Ich merke, dass es dir nicht gut geht, ich verstehe, dass du wütend bist, ich bin bei dir.“


Lenke dein Kind nicht von seinen Gefühlen ab!

Auf die genauen Strategien für einen resilienzorientierten Umgang mit Wut, werde ich im nächsten Artikel eingehen. Grundsätzlich ist es an dieser Stelle aber schonmal wichtig zu betonen, dass du dein Kind nicht von seinem Gefühl ablenken solltest, indem du zum Beispiel sagst: „Ach, guck mal, da ist eine Katze!“ oder indem du deinem Kind eine Kinderserie anmachst. Wenn du dein Kind ablenkst, dann gehst du nicht auf das Bedürfnis ein, das hinter der Wut steckt und übergehst somit die Situation, die deinem Kind Unwohlsein bereitet. Auch eine Ablenkung bedeutet, dass dein Kind nicht durch diese Emotion hindurch gehen kann und diese lernt auszuhalten. Das Aushalten der Emotion ist ungemein wichtig, um einen aktiven Verarbeitungsprozess der erlebten Situation anzustoßen. Zudem solltest du die Wut deines Kindes auch nicht versuchen klein zu machen oder dich darüber lustig machen. (Aus dem Unverständnis für manche Emotionen, die auch schonmal sehr plötzlich auftreten können, reagiert man vielleicht schonmal mit einem Lächeln, weil man die dahinterstehende Bedeutung oder gar Not nicht erkennt und es deshalb lächerlich findet.)


Dein Kind braucht dich, wenn es wütend ist!

Nimm dein Kind immer ernst, wenn es wütend ist, denn es durchlebt in solchen Momenten gerade eine Situation, die es emotional belastet und herausfordert. In solchen Situationen braucht es dich besonders, denn du bist seine Orientierung!


Orientierung gibst du ihm, indem du dein Kind nicht alleine lässt, sondern neben ihm bist, wenn es wütend ist und es mit beruhigenden Worten (Mantra) begleitest. Mache dabei dein Verständnis für seine Wut deutlich, z.B. „Ich verstehe, dass du wütend bist!“


Greife erst nach ein paar Minuten aktiv ein!

Erst wenn sich dein Kind nach ein paar Minuten noch immer nicht von selbst beruhigt haben sollte, solltest du unbedingt aktiv in den Beruhigungsprozess eingreifen, indem du deine Hilfe anbietest. (Die Minutenanzahl ist hier durchaus im individuellen Ermessen zu betrachten; es geht vor allem darum, dass dein Kind genügend Zeit hat, um die Emotion zulassen zu können und sich vielleicht sogar von selbst zu beruhigen. Allerspätestens nach 10 Minuten solltest du auf jeden Fall aktiv deine Hilfe anbieten!)


In diesem Falle handelt es sich dann jedoch nicht um das, was man unter Ablenkung versteht, da es hier darum geht dein Kind vor sich selbst zu schützen und ihm aus seiner emotionalen Not herauszuhelfen. Hier kannst du dann durchaus auf solche Strategien zurückgreifen, die deinem Kind eine ganz andere Tür öffnen, um es aus dem Raum und der Situation, in der es sich gerade befindet, herauszuholen. Zum Beispiel kannst du deinem Kind einen kalten Waschlappen anbieten und ihm vorsichtig über den Kopf damit streichen oder auch einfach mal am Waschbecken kaltes Wasser über die Arme laufen lassen. Gut tut es auch, raus in die Natur zu gehen.


☼ Let your family shine ☼


Deine Linda


Meine Lese-Tipps zu diesem Artikel:



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Herzlich Willkommen & danke fürs Vorbeischauen!

Ich bin Mama, Ehefrau, (Sozial-)Pädagogin und Lehrerin. Hier auf meinem Blog möchte ich dich mit meiner Leidenschaft für eine resilienzorientierte Erziehung anstecken. Schenke deinem Kind Liebe und lasse eure  Beziehung wunderschön und kraftvoll werden.

♡Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich. (Hermann Hesse)

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